Tipps für Eltern

Wie helfen Sie Ihrem Kind? 

Der Rückhalt in der Familie ist für Ihr Kind besonders wichtig. Denn Sie als Eltern sind die engsten Bezugspersonen.

Geben Sie Ihrem Kind alle wichtigen Informationen über Legasthenie und Dyskalkulie

  • Erklären Sie Legasthenie und Dyskalkulie als das, was es ist – eine Schwierigkeit und besondere Herausforderung, die zu nehmen ist.
  • Verdeutlichen Sie Ihrem Kind, dass es viele andere gibt, die das gleiche Problem haben und diese Lernbeeinträchtigung nichts mit seiner Intelligenz und seinen Begabungen zu tun hat.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind konkrete Wege auf – wie Sie als Familie mit Hilfe von Lehrern und Therapeuten das Problem angehen werden.

Nehmen Sie den Druck raus

Machen Sie der Überforderung und den Ängsten zu Hause ein Ende und achten Sie darauf, dass die Teilleistungsstörung Ihres Kindes nicht zum Hauptthema in der Familie wird.

  • kurzfristige Erfolge werden nicht erwartet.
  • Die Erfolge zählen, und Misserfolge gehören für uns alle zum Leben dazu.
  • Spielerisches Lernen: Geeignete Gesellschaftsspiele, die für die Buchstabierfähigkeit förderlich sind (zum Beispiel Nomen-Memory, Scrabble, Wort-Kniffel) oder für die Mengenerfassung bei Dyskalkulie (z.B. HalliGalli)
  • Fleiß und Mühe des Kindes anerkennen
  • Lesen ist entscheidender als Rechtschreiben: Die Lesefertigkeit Ihres Kindes ist für den Wissenserwerb in allen Fächern wichtig. 

Lerntipps bei Legasthenie/Dyskalkulie

Stimmen Sie sich hier in jedem Fall zuvor mit Fachleuten/Lerntherapeuten ab, ob das Üben in der Familie sinnvoll ist. Wenn es die Familiensituation oder das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Kind belastet, sollten Sie die Förderung an Außenstehende abgeben. Wenn Sie jedoch als Co-Therapeut mit Ihrem Kind täglich üben, sind folgende Aspekte wichtig:

  • Stimmen Sie sich über die Details und Ihr Vorgehen eng mit den Lehrern und Therapeuten ab.
  • Sie brauchen ausreichend Zeit für das regelmäßige Üben über einen längeren Zeitraum.
  • Vermeiden Sie Drucksituationen, Gewissensbisse oder ein belastete Atmosphäre zwischen Ihnen und Ihrem Kind.

Lernmethode und Struktur

Suchen Sie gemeinsam eine Lernstrategie aus.

  • Üben in überschaubaren Stoff- und Zeiteinheiten (im Durchschnitt 15 Minuten): Überforderung frustriert und schadet langfristig der Lernmotivation.
  • Verwenden Sie Farben: zum Hervorheben, Strukturieren und Kennzeichnen (zum Beispiel Textmarker, Buntstifte).
  • Nutzen Sie Lernboxen
  • Beim Lernen die Sinne und Hilfsmittel nutzen: Zum Beispiel lautes Mitsprechen von Geschriebenem, Mitschreiben von Gehörtem, Mitsprechen von Rechenwegen, Nachsprechen von Gehörtem.
  • Beim Üben von Diktaten nur mit einzelnen Wörtern oder kurzen Sätzen arbeiten: keine Überforderung mit langen Texten.
  • Beim Üben des Rechnens auf einen Rechenweg mit dem Kind einigen
Lesen

Lassen Sie Ihr Kind zuerst Wort für Wort, später Satz für Satz laut lesen.

  • Stets neue Texte verwenden, gerade jüngere Kinder lernen schnell auswendig. Überlassen Sie Ihrem Kind die Auswahl des Lesestoffs (bis hin zum Comic), denn hier geht es auch um Motivationsaufbau.
  • Texte mit großen Buchstaben und breiten Abständen zwischen den Wörtern und einzelnen Buchstaben können das Lesen erleichtern.
  • Stellen Sie Fragen zum Inhalt.

  • Lesen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind und dabei laut vor.